EU-AI-Act
Die EU-AI-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1689, in Kraft seit 1. August 2024) reguliert KI-Systeme nach Risikoklassen. Für Makler-CRMs am relevantesten: Transparenzpflicht aus Art. 50 — KI-erzeugte Inhalte (Exposé-Texte, Homestaging-Bilder, Chat-Antworten) müssen als KI-Output gekennzeichnet werden. Hochrisiko-Auflagen treffen Maklertätigkeit in der Regel nicht.
Auch bekannt als: KI-Verordnung · Verordnung (EU) 2024/1689 · AI Act · KI-Gesetz · Art. 50 AI Act
Der EU-AI-Act (offiziell: Verordnung (EU) 2024/1689) ist die erste umfassende KI-Regulierung der Europäischen Union. Sie ordnet KI-Systeme nach Risiko ein — vom verbotenen Social Scoring bis zur harmlosen Spam-Filterung — und knüpft daran abgestufte Pflichten für Anbieter und Anwender. Für Makler-CRMs ist vor allem die Transparenzpflicht aus Art. 50 relevant: KI-erzeugte Inhalte müssen als solche erkennbar sein, und Nutzer dürfen nicht im Unklaren darüber bleiben, ob sie mit einem Menschen oder einer KI interagieren.
Keine Rechtsberatung. Dieser Eintrag gibt einen allgemeinen Überblick zur Regulierungs-Landschaft und ersetzt nicht die Rücksprache mit Deinem Rechtsanwalt oder Datenschutzbeauftragten. Die konkrete Einordnung Deiner Prozesse, Pflichten als Anwender oder Anbieter und die Auslegung im Einzelfall sind juristische Fragen — propgen liefert technische Umsetzung und Audit-Trail, keine Rechtsauskunft.
Was ist der EU-AI-Act?
Die Verordnung trat am 1. August 2024 in Kraft, mit gestaffeltem Inkrafttretensplan bis 2027. Sie betrifft jeden, der KI-Systeme in der EU anbietet, vertreibt oder anwendet — unabhängig vom Sitz des Anbieters. Ziel ist ein einheitlicher Rechtsrahmen, der Innovation ermöglicht und gleichzeitig Grundrechte und Sicherheit schützt.
Risikoklassen — was trifft Makler-Software?
Der AI-Act unterscheidet vier Risikoklassen mit unterschiedlich strengen Pflichten:
- Verbotene Praktiken (Art. 5): Social Scoring, manipulatives Verhaltensbeeinflussen, biometrische Echtzeit-Identifikation im öffentlichen Raum. Trifft Makler-Software nicht.
- Hochrisiko-Systeme (Annex III): biometrische Identifikation, kritische Infrastruktur, Bildung, Personalmanagement, Kreditscoring, Strafverfolgung, Migration, Justiz. Maklertätigkeit ist nicht gelistet — Standard-Makler-CRMs fallen nicht hierunter, auch nicht das Lead-Scoring (es bewertet Interesse, nicht Kreditwürdigkeit).
- Beschränktes Risiko (Transparenzpflicht, Art. 50): KI-Chatbots, KI-erzeugte Texte/Bilder/Videos, Emotionserkennung. Genau hier liegen die für propgen relevanten Pflichten — siehe nächster Abschnitt.
- Minimales Risiko: alle anderen Anwendungen. Keine spezifischen Pflichten, freiwillige Codes of Conduct empfohlen.
Art. 50: Transparenzpflicht für generative KI
Für Makler-CRMs ist Art. 50 der zentrale Paragraph. Er verlangt:
- Hinweispflicht beim KI-Kontakt: Nutzer müssen erkennen können, dass sie mit einer KI sprechen — etwa beim KI-Chat im Web-Exposé.
- Kennzeichnung KI-erzeugter Inhalte: Künstlich erzeugte oder veränderte Bilder, Audios, Videos und Texte müssen maschinenlesbar markiert sein — z. B. virtuelles Homestaging, KI-Exposé-Texte, AI-Voice-Antworten.
- Klare Information bei Deepfakes: realistisch wirkende AI-Generate müssen sichtbar als KI-Output kenntlich gemacht werden.
Was propgen umsetzt
propgen ist darauf ausgelegt, die Transparenzpflichten ohne Zusatzaufwand zu erfüllen:
- KI-Bildkennzeichnung ist Default für alle generierten und veränderten Bilder ( virtuelles Homestaging, KI-Renovierung, Sky-Replacement) — manuell deaktivierbar nur wo rechtlich vertretbar.
- Transparenz im KI-Chat: der Assistent im Web-Exposé weist sich klar als KI-Assistent aus — der Interessent weiß, mit wem er spricht.
- KI-Output-Hinweise in der UI: KI-generierte Texte (Exposé-Beschreibungen, Mail-Antworten, Briefings) sind im CRM eindeutig markiert — Makler erkennen sofort, was KI-Output und was eigener Text ist.
- Human-in-the-Loop bei Schreibvorgängen: KI-erzeugte Notizen, Aufgaben und E-Mails werden als Entwurf vorgelegt — nichts geht ohne menschliche Freigabe raus oder ins CRM.
Mehr Details zur Compliance-Strategie auf der DSGVO-konformes-Makler-CRM-Übersicht. Welche KI-Anbieter konkret im Einsatz sind, listet die Auftragsverarbeiter-Seite.
Stichtage im Inkrafttretensplan
- 1. August 2024: AI-Act tritt in Kraft.
- 2. Februar 2025: Verbote unzulässiger Praktiken; allgemeine KI-Kompetenz-Pflicht für Anbieter und Anwender.
- 2. August 2025: Regeln für Allzweck-KI-Modelle (GPAI), Governance, Sanktionen.
- 2. August 2026: Hauptteil der Verordnung wird anwendbar, inkl. Pflichten für Hochrisiko-Systeme aus Annex III und der Transparenzregeln des Art. 50.
- 2. August 2027: Hochrisiko-Vorschriften für KI, die in regulierten Produkten (Anhang II) eingebettet ist.
Was Makler jetzt prüfen sollten
- Werden alle KI-erzeugten Bilder konsequent gekennzeichnet?
- Erkennen Interessenten den Unterschied zwischen Makler-Antwort und KI-Antwort (Mail, Chat, Telefon-Notiz)?
- Werden Schulungen zu KI-Kompetenz für Mitarbeiter dokumentiert (seit 02.02.2025 Pflicht)?
- Sind die Auftragsverarbeitungs-Verträge mit eingesetzten KI-Anbietern aktuell?
Erinnerung zum Schluss — kein Ersatz für anwaltliche Beratung. Die konkrete Einordnung Deiner Maklertätigkeit, die Reichweite der Transparenzpflichten in Deinem Workflow und die Frage, ob Du als „Anbieter" oder „Anwender" eines KI-Systems giltst, müssen im Einzelfall mit Deinem Rechtsanwalt oder Datenschutzbeauftragten geklärt werden. propgen liefert die technische Umsetzung von Transparenz, Kennzeichnung und Audit-Trail — die regulatorische Gesamtverantwortung bleibt bei Dir.
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